Schmetterlinge und Nahrung

Schmetterlinge und Nahrung1Das Tagpfauenauge ist ein schmucker und allseits bekannter Falter, der gerne durch unsere Gärten flattert. Hier labt er sich an einem Sommerflieder, auch Schmetterlingsstrauch genannt.

Und damit sind wir auch schon bei einer Frage, die von den Fachleuten durchaus kontrovers diskutiert wird. Er stammt nämlich ursprünglich aus China und Tibet, ist folglich also keine heimische Pflanze. Warum dies beachtenswert ist, zeigt sich an der Tatsache, dass er zwar die Falter anzieht aber den Raupen keine Nahrungsgrundlage bietet. Diejenigen des Tagpfauenauges benötigen Brennnesselarten als Nahrung. Eben jene Gewächse, die wir als Un-Kraut bezeichnen und gerne aus unserem Garten verbannen. Zum Glück ist die Brennnessel sehr erfinderisch, was ihre Standorte angeht.

Schwieriger wird es da schon beim Schwalbenschwanz Falter. Selten sehe ich ein Exemplar um den Sommerflieder flattern. Womöglich besteht auch hier das Problem der Nahrung für die Raupen. Die bevorzugen Dill, Fenchel und Möhrenpflanzen. Die wilden Sorten sind zum einen im Fachhandel zu beziehen, können aber auch auf Wildwiesen ihre Heimat finden. Aber bitte hier nur die Samen ernten und keine Pflanzen ausgraben.

 

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Silberfleck-Perlmutterfalter

Ich für mich habe entschieden, den Sommerflieder nicht aus dem Garten zu verbannen und dennoch für Raupenfutter zu sorgen. Egal was der Nachbar sagt. Denn ohne die Raupen und deren Nahrungsangebot lassen sich auch die bunten Harlekine im Sommerflieder nicht bewundern.

 

Koniferen, Kirschlorbeer und Gartenflächen mit Unkrautbremse und Steinwüsten sind allerdings ein ‚No go‘ für Liebhaber eines Artenreichtums.

Gewiss, es ist einfacher auf die Landwirte zu schimpfen, die ihre Heuernte in Plastikfolie verpacken. Es ist einfacher, sich über den Städtebau zu mokieren, der sich immer weiter in die Natur- und Kulturfläche nagt. Das Einkaufszentrum ‚auf der grünen Wiese‘, allseits beliebt, wegen der unproblematischen Parkplatzsituation: Die Summe menschlichen Fehlverhaltens ist das Gift für Artenreichtum.

Hier gilt selbstredend der Tipp an die eigene Nase. Auch mein eigenes Fehlverhalten summiert sich auf unerträgliche Weise. Mag es eine dumme Ausrede sein, aber Kornellkirsche und Deutzie sollen in meinem Garten eine kleine Oase mitgestalten. Ein kleiner Beitrag für natürliche Lebensräume, der zusammen mit weiteren Verhaltensänderungen einen kleinen Funken Hoffnung ausstrahlen soll.