
Zur Gefährdung von Hummel-Populationen ist schon viel gesagt und geschrieben worden. Leider muss man sich ja bekanntlich noch ein zweites und drittes Mal äußern. Manchmal auch tausende Male. Nichts für ungut aber unser Leben ist mit diesem Insekt stark verbunden. In der Beliebtheit unter den hiesigen Obstbauern in Nordwürttembergs größtem Obstanbaugebiet rangiert die Hummel um eine Flügellänge vor der Biene. Warum? Sie fliegt früher ist nicht gar so „zimperlich“ bei der Betriebstemperatur und weniger wetteranfällig.

Die Königinnen fliegen nach ihrem Winterschlaf bereits von April bis Mitte Mai auf der Suche nach geeigneten Nistplätzen. Sie erweist sich als sehr flexibel. Ich habe etwa im Schnellkomposter im ehemaligen Mäusenest eine verlassene Nistkugel gefunden. Die Mäuse hinterlassen das geeignete Nistmaterial: Kleine Reste von Heu, Laub, Moos oder Stroh, die sie für ihre Zwecke verarbeitet.

Nach der Eiablage und den entsprechenden Vorbereitungen für die schlüpfenden Larven versorgt sie ihre Brut mit Wärme und einem Brei aus Nektar und Pollen. So entsteht nach und nach ein kleines Volk. Zielstrebig und ausgerichtet auf den wesentlichen Zweck ihres Jahreszyklus: Die Erhaltung ihrer Art. Dabei leisten sie ihren Beitrag zum Erhalt von Lebensräumen, von denen etliche Lebewesen profitieren.
Außer ihr gehen die einschlägigen Trachtpflanzen verloren, zumeist Pflanzen jener Art, die beim Menschen unter den Begriff Unkraut kursieren: u.a. Rotklee, Weißklee, Kornblume, Kamille und Mohn.
Wer was tun möchte, um die Zerstörungen der Lebenswelten wenigstens ein klein wenig zu lindern, baut einen Nistkasten. Das Modell „Münden“ ist ein klein wenig aufwändig, lohnt aber den Einsatz.
(Literatur: von Hagen/Aichhorn, Hummeln, Nottuln 2003, ISBN: 3-935980-28-0)

Erdhummeln
(Fotos: Erdhummeln)
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